Schilddrüsenhormone und Fruchtbarkeit bei der Frau

Ein enges Zusammenspiel zwischen den Schilddrüsenhormonen und den weiblichen Fortpflanzungshormonen (Östrogene und Progesteron) sorgt dafür, dass die Eierstöcke einwandfrei funktionieren und Eizellen heranreifen.1 Setzt Ihre Schilddrüse zu viel (Hyperthyreose) oder zu wenig (Hypothyreose) Schilddrüsenhormone frei, kann das das Gleichgewicht der Fortpflanzungshormone stören5 und zu Schilddrüsen-abhängigen Problemen mit der Fruchtbarkeit führen wie Ovulationsstörungen, unregelmäßige Monatsblutungen, keine oder eine vorzeitige Beendigung der Schwangerschaft.8 Auch wenn Ihre Menstruation regelmäßig ist, kann es sein, dass Sie keinen Eisprung haben.
Da Funktionsstörungen der Schilddrüse eine häufige endokrine Erkrankung bei Frauen im gebährfähigen Alter sind, sollten Sie besser heute als morgen einen Schilddrüsentest machen lassen, wenn sie nicht wunschgemäß schwanger werden und vor allem dann, wenn Schilddrüsenerkrankungen in Ihrer Familie gehäuft vorkommen.


Wenn die Schilddrüse auf Hochtouren läuft

Eine Überfunktion der Schilddrüse (Hyperthyreose) kommt bei Frauen zehnmal häufiger vor als bei Männern9 und kann dafür verantwortlich sein, dass eine Frau entweder gar nicht erst schwanger wird oder die Schwangerschaft ein vorzeitiges Ende findet. Wenn Ihre Schilddrüse übergroße Hormonmengen in das Blut abgibt, bekommen Sie eine Überfunktion. Die häufigste Ursache für eine Hyperthyreose bei jungen Frauen ist ein Morbus Basedow. Bei dieser Autoimmunerkrankung greifen Antikörper fälschlicherweise die Schilddrüse an, was sie dazu stimuliert, zu viele Hormone zu produzieren.6 Auch ein ungesunder Gewichtsverlust infolge einer Überfunktion kann die Chance auf eine Schwangerschaft senken.10

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Wenn die Schilddrüse auf Sparflamme läuf

Bei Schilddrüsen- oder Autoimmunerkrankungen in Ihrer Familie steigt Ihr Risiko für eine Unterfunktion der Schilddrüse.11 Produziert Ihre Schilddrüse zu wenig Hormone, steigt das TSH an, um die Schilddrüse zur Herstellung der fehlenden Hormonmengen anzuregen. Erhöhte TSH-Werte wurden bei 4,6 Prozent der von Unfruchtbarkeit betroffenen Frauen festgestellt.12


Die wichtigsten Anzeichen einer Hypothyreose7

  • Erschöpfung
  • Benommenheit
  • Konzentration- und Gedächtnisprobleme
  • Gewichtszunahme
  • Kälteempfindlichkeit
  • Muskel- oder Gliederschmerzen
  • Trockene Haut und Haare
  • Brüchige Fingernägel
  • Menstruationsstörungen

Bei einer Unterfunktion kann es durch Probleme mit dem Eisprung zu unregelmäßigen und leichten Monatsblutungen und dem Ausbleiben der Menstruation kommen. Derartige Menstruationsstörungen finden sich dreimal häufiger bei Frauen mit einer Unterfunktion der Schilddrüse als bei Frauen deren Schilddrüse normal funktioniert.5 Bei einer Unterfunktion kann der Prolaktinspiegel steigen, ein Hormon, das nach der Schwangerschaft die Produktion von Muttermilch anregt und den Eisprung verhindert.5
Eine Hypothyreose erhöht zudem das Risiko für ein Polyzystisches Ovarialsyndrom, bei dem Zysten an den Eierstöcken die Chance auf eine Schwangerschaft senken.13

  • 1- Poppe, K, Glinoer D, Tournaye H et al. Thyroid function and assisted reproduction. In: The Thyroid and Reproduction, METS Riga 2008. Georg Thieme Verlag
  • Stuttgart 2009; 33-38.
  • 2- American Thyroid Association. General Information (2012) http://www.thyroid.org/thyroid-eventseducation-media/about-hypothyroidism Accessed October 2012.
  • 3- Healy DL, Trounson AO, Andersen AN. Female infertility: causes and treatment. Lancet 1994; 343:1539–1544.
  • 4- Meikle AW. The interrelationship between thyroid dysfunction and hypogonadism in men and boys. Thyroid 2004; 14 (Suppl 1): S17-S25.
  • 5- Krassas GE, Poppe K, Glinoer D (2010) Thyroid function and human reproductive health. Endocr.Rev. 2010 31:702-755.
  • 6- The American Thyroid Association (2012) Hyperthyroidism http://www.thyroid.org/what-is-hyperthyroidism/Accessed October 2012.
  • 7- The American Thyroid Association (2012) Hypothyroidism Brochure. http://www.thyroid.org/whatis-hypothyroidism Accessed October 2012.
  • 8- Bercovici JP. Menstrual irregularities and thyroid diseases. Feuillets de biologie 2000; 74: 1063-1070.
  • 9- Vanderpump MPJ, Tunbridge WMG, French JM et al. The incidence of thyroid disorders in the community: A twenty-year follow-up of the Whickham Survey. Clin
  • Endocrinol 1995; 43: 55-69.
  • 10- Green BB, Weiss NS, Daling JR. Risk of ovulatory infertility in relation to body weight. Fertility and Sterility 1988; 50 (5): 721-726.
  • 11- The Hormone Foundation’s Patient Guide to the Management of Maternal Hypothyroidism Before, During, and After Pregnancy. De Groot LJ, Stagnaro-Green A,
  • Vigersky R, The Hormone Foundation 2007 http://www.hormone.org/Resources/Patient_Guides/upload/mgmt-maternal-hypothyroidism-070609-2.pdf.
  • Accessed October 2012.
  • 12- Grassi G, Balsamo A, Ansaldi C et al. Thyroid autoimmunity and infertility. Gynecol Endocrinol 2001; 15: 389–396.
  • 13- Beyond Infertility. Polycystic Ovary Syndrome (PCOS). U.S. DEPARTMENT OF HEALTH AND HUMAN SERVICES. National Institutes of Health; Eunice Kennedy
  • Shriver National Institute of Child Health and Human Development 2008 http://www.nichd.nih.gov/publications/pubs/upload/PCOS_booklet.pdf.
  • Accessed October 2012.
  • 14- De Groot L, Abalovich M, Alexander EK, Amino N, Barbour L et al. Management of Thyroid Dysfunction during Pregnancy and Postpartum: An Endocrine Society
  • Clinical Practice Guideline. J Clin Endocrinol Metab 2012; 97 (8): 2543-2565.